Um eher negativ geprägte Begriffe wie ‚geistig behindert’, ‚nur handwerklich geschickt’ oder ‚verhaltensauffällig’ zu vermeiden, sprechen anthroposophische Heilpädagogen von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, die ‚besonderer Fürsorge bedürfen’. Dies bedeutet, dass eine Person in jeder Lebenssituation, die sie mit anderen teilt, als Individuum mitsamt ihren Gaben und Behinderungen gesehen wird.
Hilfestellungen für Kinder mit Behinderungen sind in der anthroposophischen Heilpädagogik breit gefächert: frühzeitiger Rat und Aufklärung, heilpädagogische Kindergärten, integrative Kindergärten, Schulen für Kinder, die besonderer Förderung bedürfen, eigens eingerichtete Klassen in Waldorfschulen, integrative Waldorfschulen, Heime und Lebensgemeinschaften, kinderpsychiatrische Abteilungen in anthroposophischen Kliniken. Vieles wird auch für Erwachsene mit Behinderungen angeboten, von Werkstätten und Heimen bis hin zu Dorfgemeinschaften, in denen Leben, Arbeit, Kulturelles und Soziales integriert werden.
Der Welt, in der die Kinder leben, eine Form zu geben und eine persönliche Beziehung mit ihnen aufzubauen, sind notwendige Bedingungen für eine solide Basis für die eigentlichen heilpädagogischen Maßnahmen. Anthroposophische Heilpädagogik an sich ist immer interdisziplinär, ihr Erfolg hängt ab von der engen Zusammenarbeit zwischen Lehrern, Therapeuten, medizinischem Fachpersonal und Eltern. Dies ist die wesen-tliche  Basis für den fortlaufenden Prozess der „heilenden Erziehung“.
Besucht man eine heilpädagogische Schule, Tagesstätte oder Lebensgemeinschaft in beispielsweise Irland, Schweden oder Italien, so wird man sofort von den natürlichen Materialen, Farben und Formen begeistert sein. Die besondere Gemeinschaftsform fällt oft auf: Kinder und Mitarbeiter leben gemeinsam als Großfamilie in einem Haushalt. Jeder Tag hat seinen eigenen Rhythmus, ein wichtiger Teil dabei ist das Schulleben, sowie die verschiedenen Therapien. Ein anderes Element der täglichen Routine ist das kulturelle Leben. Musikalische Aktivitäten, Theateraufführungen und das Feiern der Jahresfeste schaffen ein anregendes Umfeld, das Struktur und ein Gefühl von Kontinuität gibt.
In den Werkstätten, Gemeinschaften bzw. in den Kleingruppen für Erwachsene mit besonderen Bedürfnissen ist das Gestalten zentral. Meist gibt es zahlreiche Werkstätten in der Nähe bzw. auf dem Gelände der Lebensgemeinschaft, wie z. B. Bäckereien, Webereien, Druckereien oder Werkstätten für Metallverarbeitung. Sozialtherapie wird von der Erkenntnis geleitet, dass jeder Mensch, wie behindert er oder sie auch ist, wertvoll ist, auch wenn dieser Wert oft verborgen ist.

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